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Missionarische Gemeindeentwicklung

Missio Dei

Die Begriffe "Mission" und "missionarisch" sind in der letzten Zeit in unserer Kirche wieder salonfähig geworden. Deutschland wird immer wieder als Missionsland beschrieben. Frühere Selbstverständlichkeiten wie Taufe, Konfirmation, kirchliche Trauung, Religionsunterricht u.a.m. sind es nicht mehr in dem Maße, wie wir uns dies als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kirche wünschen.

 

Die Angebote unserer Kirchengemeinden werden nach wie vor von der sogenannten Kerngemeinde wahrgenommen. Menschen, die jedoch eher am Rande unserer Gemeinden leben, nutzen diese weniger als früher und vor allem bei Bedarf.

 

Hinzu kommt die Tendenz, dass Menschen - aus unterschiedlichen Gründen - vermehrt aus der Kirche, egal ob evangelisch oder katholisch, austreten.

 

All das hat Konsequenzen für Kirchengemeinden wie für landeskirchliche Einrichtungen im Blick auf die Finanzsituation ebenso wie auf die personelle Ausstattung.

 

Im Sinne einer Missio Dei geht es in erster Linie um den Kontakt zu den Menschen. Es geht darum, sie mit der befreienden und lebensdienlichen Botschaft von Gottes Liebe zu allen Menschen in Kontakt zu bringen und Angebote bzw. Gelegenheiten zu schaffen, in denen diese Dimension deutlich wird. Die sich verändernde Lebenssituation von Menschen gilt es wahr- und ernstzunehmen und die Bedeutung des Glaubens an Gott für das ganz alltägliche Leben ins Gespräch zu bringen.

 

Diese Fragen zielorientiert zu bearbeiten und für die Gemeindeentwicklung vor Ort fruchtbar zu machen ist Aufgabe u. a. des Teams Missionarische Gemeindeentwicklung im afg.


Lust an der Gestaltung von Kirche

Konsultation zu den Themen Ehrenamt, Netzwerk und Missionarische Gemeindeentwicklung am 28. und 29. April 2009 in Rummelsberg

 

Hauptberuflich und ehrenamtlich Mitarbeitende aus den unterschiedlichen Bereichen kirchlicher Arbeit -  - folgten der Einladung des Amtes für Gemeindedienst zu dieser Veranstaltung. Im Mittelpunkt standen die oben genannten Themen, sowohl einzeln in den Fokus genommen als auch im Blick auf Anknüpfungspunkte und das Zusammenspiel.

 

Ehrenamt

Mit der Übertragung der Geschäftsführung des Fachbeirates Ehrenamt an das Amt für Gemeindedienst verbunden ist die Herausforderung, dieses Thema in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern gezielt voranzutreiben. Strategien im Blick auf die Fort- und Weiterbildung Ehrenamtlicher steht dabei ebenso im Fokus wie das Zusammenspiel von Hauptberuflichen und Ehrenamtlichen im heutigen Kontext von Kirche und Gesellschaft.

Aufgaben und Arbeitsweise des Fachbeirates Ehrenamt wurde von seiner Sprecherin Brigitte Reinard vorgestellt.

 

Netzwerk

In zwei Gemeinden in Bayern wurde im Auftrag des afg vom Institut für Praxisberatung und Projektberatung in München (IPP) eine Netzwerkanalyse durchgeführt. Die vorläufigen Ergebnisse für die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde in Unterschleißheim und für die Gemeinde St. Johannis in Ansbach wurden von Professor Heiner Keupp und Florian Straus vorgestellt. Mögliche Auswirkungen auf kirchliches Handeln auf allen Ebenen wurden angedacht.

Die Untersuchungen zeigen: Es ist durchaus Bereitschaft zum Engagement vorhanden. Gleichzeitig ist zu beobachten, dass es den Ehrenamtlichen, die Ehrenamtliche zwar noch gibt, sich gleichzeitig noch ein anderer Typus Ehrenamtlicher entwickelt. Wie damit umzugehen ist und welche Chancen und Risiken darin liegen müssen bearbeitet und entsprechende Angebote hierfür entwickelt werden.

Diese Beobachtung korreliert mit der zur Kontaktaufnahme und der Bindung an kirchliche Angebote. Passt die klassische Angebotsstruktur unserer Kirchengemeinden, braucht es eine Gelegenheitsstruktur oder beides nebeneinander?

Wesentliches Merkmal eines Netzwerkes ist die Beziehungsarbeit. Dabei sind strategisches Denken und Handeln gefragt.

 

Missionarische Gemeindeentwicklung

Teilhabe an der Missio Dei - "So wie mich mein Vater gesandt hat, so sende ich euch" (Johannesevangelium 20,21) - Mission ist Sendung mit einem Auftrag, einem Profil, gesundem Selbstbewusstsein und geschieht immer im Kontext, den es zu beobachten gilt und immer mit den Menschen, mit denen wir es als Kirche zu tun haben.

Seit Oktober letzten Jahres haben ähnliche Erfahrungen und Beobachtungen in einzelnen Arbeitsfelder im afg zu einer Veränderung in der Zusammensetzung von Teams geführt. Ein Ergebnis davon ist, dass es ein Team Missionarische Gemeindeentwicklung gibt, in dem die Arbeitsfelder: Gemeindeleitung/Kirchenvorstandsarbeit, Evangelisation, Hauskreisarbeit/Kleingruppen und die gemeindliche Öffentlichkeitsarbeit enger zusammenwirken.

 

Ein Anfang ist gemacht mit dieser Konsultation, die - so ein Resumée - Lust macht auf die Gestaltung von Kirche heute.

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